Tiefstart - Das 1. Interview

Hierhören Sie das erste Interview.

Tiefstart - Das erste Interview

Hui, das erste Interview steht bevor. Micha war ganz schön aufgeregt.
„Was werden da wohl für Fragen kommen …
Hoffentlich erzähle ich nicht zu viel Quatsch ….
Was passiert, wenn ich nichts mehr sagen kann …“
Das und noch viel mehr ging so durch Michas Kopf.
Trotzdem haben wir uns total gefreut, dass sich der Sender Info Radio vom RBB für unser Buch interessiert.
Da wir in Corona-Zeiten ja keine persönlichen Treffen zu Interviews machen können, ging alles über das Telefon.
Der Reporter hat das auch ganz toll gemacht. Die beiden haben erst einmal ein bisschen einfach so gequatscht. So konnte das Eis brechen und es herrschte eine entspannte Atmosphäre.
Dann startete das Interview und alles lief wie von selbst.
Micha machte sich ein bisschen Sorgen, das vielleicht einige Antworten missverstanden werden. Aber alles, was er gesagt hat, wurde genau so gesendet.
Wir sind echt glücklich, dass nicht geschnitten oder ausgelassen wurde.
Und finden man kann Micha gut erkennen.
Hören Sie doch mal rein ….
So lernen Sie ihn etwas kennen.
Viel Spaß
Micha & Michaela
Interview

Tiefstart - Meine Geschichte als Leichtathlet und "Diplomat im Sportanzug"

In Tiefstart beschreibt Micha seinen Alltag. Er erzählt von seiner Ausbildung zum Leistungssportler, die ihm die Teilnahme bei den Olympischen Spielen in Seoul ermöglichte. Und er schildert sein abwechslungsreiches Leben in der Leichtathletik-National-Mannschaft.

Obwohl Micha nicht zur prominenten Top-Garde der DDR-Athleten gehörte, war er als hochtalentierter Leistungssportler so erfolgreich, dass er viele Vorteile hatte. Vielleicht konnte er sich sogar mehr Freiräume schaffen, als die international bekannten Spitzensportler, denn er stand ja nicht so im Fokus der Öffentlichkeit.

Trotzdem gehörten Bespitzelung durch die Staatssicherheit und Doping-Erfahrungen, über die er auf eine fast naive Art erzählt, auch zu seinem Leben. Aber er fand genügend Möglichkeiten, den negativen Aspekten des eingeschränkten DDR-Lebens auszuweichen. Zudem konnte er sogar ins kapitalistische Ausland reisen, was vielen seiner Mitbürger verwehrt blieb.

Er ist dankbar über seine Erfahrungen, die er trotz der politischen Rahmenbedingungen machen durfte.

Wir möchten die schrecklichen Ereignisse im Sport der DDR nicht verharmlosen und schon gar nicht schönreden. Jedoch wünschen wir uns einen etwas differenzierteren Umgang mit den unterschiedlichen Biografien. Denn: „Ein Leben in der DDR bestand nicht nur aus Verfolgung, sondern war für viele Menschen auch sehr lebenswert.“

Cover Tiefstart